Textile Filtermedien und industrielle Schlauchleitungen • WASSER & ABWASSER

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Textile Filtermedien und industrielle Schlauchleitungen

Anläss­lich des 90-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Mar­kert Grup­pe hat Phil­ipp Mar­kert, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter (45), ein Inter­view gege­ben. Die Fra­gen stell­te Ali­ne Stei­ner, Mar­ke­ting:

Herr Mar­kert, 90 Jah­re ist eine lan­ge Zeit. Wie hat alles ange­fan­gen?

Gegrün­det wur­de das Unter­neh­men von mei­nem Ur-Groß­va­ter als Tech­ni­sches Han­dels­haus, das mehr als ein hal­bes Jahr­hun­dert erfolg­reich eine umfang­rei­che Pro­dukt­pa­let­te von Putz­lap­pen bis Trans­port­bän­der gehan­delt hat. Mein Vater Klaus Mar­kert erkann­te lan­ge vor dem Sie­ges­zug des Inter­net­han­dels, dass die Zei­ten sol­cher klei­ner, aber breit auf­ge­stell­ter Han­dels­häu­ser zu Ende gehen wird. Er hat die Fir­ma neu aus­ge­rich­tet und sich auf zwei Geschäfts­be­rei­che, die tex­ti­len Fil­ter­me­di­en und die indus­tri­el­len Schlauch­lei­tun­gen, spe­zia­li­siert.

Wozu wer­den tex­ti­le Fil­ter­me­di­en benö­tigt?

Sehr vie­le Pro­zes­se in der Indus­trie lau­fen in wäss­ri­ger Form ab. Ein Bei­spiel sind die Metal­le, wie Kup­fer - unver­zicht­bar für Elek­tro­lei­tun­gen und Moto­ren - und Zink - der effi­zi­en­te Kor­ro­si­ons­schutz von Stahl -, bei denen nur ein paar kg pro Ton­ne Gestein in der Natur vor­kom­men. Eisen­erz liegt zwar in höhe­ren Kon­zen­tra­tio­nen vor, muss aber eben­falls vor dem Hoch­ofen auf­kon­zen­triert wer­den, sonst wäre der Ener­gie­ein­satz dort viel zu hoch. Am Ende des Pro­zes­ses wer­den das Was­ser und das Erz in Fil­tern getrennt. Die­se Tren­nung erfolgt so effi­zi­ent, dass das Was­ser voll­stän­dig zir­ku­liert wer­den kann. Ein Garant für die­se hohe Effi­zi­enz ist die rich­ti­ge tex­ti­le Bespan­nung - der Fil­ter! Ein sol­cher indus­tri­el­le Fil­ter kann eine Flä­che von bis zu 4.000 m² haben, das ist etwa die Grö­ße eines Fuß­ball­fel­des. Wir lie­fern pro Jahr über 250.000 Tücher, und das ent­spricht etwa 1,2 km² (300 Fuß­ball­fel­der) an Fil­ter­flä­che.

Was ist das Beson­de­re an indus­tri­el­len Schlauch­lei­tun­gen?

Die wahr­schein­lich bekann­tes­ten indus­tri­el­len Schläu­che sind die, an den Zapf­säu­len von Tank­stel­len oder die, mit denen Treib­stoff zu und von den Tank­wa­gen gepumpt wird. Die letz­te­ren pro­du­zie­ren wir zwar auch, unser Haupt­an­wen­dungs­ge­biet liegt aber jedoch, wo kor­ro­si­ve Medi­en unter Druck geför­dert wer­den. Hier garan­tie­ren unse­re hohe Fer­ti­gungs­qua­li­tät und die umfang­rei­che Prü­fung, dass die Lei­tun­gen abso­lut dicht sind. Vie­le Medi­en wie z.B. Arz­nei­mit­tel dür­fen nicht in die Umge­bung gelan­gen, da sie in der hohen Dosie­rung die Gesund­heit der Mit­ar­bei­ter gefähr­den wür­den.

Wel­che Schrit­te unter­nahm ihr Vater zum dama­li­gen Zeit­punkt?

In einem muti­gen Schritt hat er nicht nur die Fer­ti­gung, son­dern das gesam­te Unter­neh­men von Ham­burg nach Neu­müns­ter ver­la­gert. Hier fand er genü­gend Platz, um auch für lang­fris­ti­ges Wachs­tum die Fer­ti­gungs­ka­pa­zi­tät sicher­zu­stel­len. Gleich­zei­tig bau­te er das Know-how und den Markt für die bei­den Geschäfts­be­rei­che aus. Er hat­te eben­falls den Mut, sich radi­kal vom ehe­ma­li­gen Kern­ge­schäft - dem tech­ni­schen Han­del – zu tren­nen. Der Erfolg des Unter­neh­mens bestä­tig­te die Rich­tig­keit sei­ner Ent­schei­dun­gen.

Seit wann sind Sie im Unter­neh­men tätig?

Nach einer Leh­re, dem BWL-Stu­di­um und diver­ser prak­ti­scher Erfah­run­gen im Finanz­be­reich durf­te ich 2002 in 4. Genera­ti­on die Geschäfts­füh­rung der Mar­kert Grup­pe über­neh­men. Mein Vater stand mir aber mehr als 15 Jah­re im Bei­rat mit Rat und Tat zur Sei­te. Nicht uner­wähnt soll­te das Manage­ment-Team, ins­be­son­de­re Herr Bur­meis­ter-Ben­ker, blei­ben, wel­ches mich mit offe­nen Armen emp­fan­gen hat und täg­lich unter­stützt.

Wie ging es unter Ihrer Füh­rung wei­ter?

Wir legen gro­ßen Wert auf stän­di­ge Inno­va­ti­on und Opti­mie­rung der Fer­ti­gung. Durch hohe Qua­li­tät unse­rer Pro­duk­te kön­nen wir uns erfolg­reich gegen Anbie­ter aus Nied­rig­lohn­län­dern behaup­ten. Als Fami­li­en­un­ter­neh­men expan­die­ren wir vor­sich­tig, aber sehr kon­se­quent. Dies erfolgt sowohl im Hin­blick auf neue Anwen­dun­gen als auch regio­nal. Mit Toch­ter­un­ter­neh­men im Raum Bene­lux und Ita­li­en sowie Part­nern in wei­ter ent­fern­ten Län­dern gewinnt der Export - neben dem Wachs­tum in Deutsch­land – stän­dig an Bedeu­tung.

Was berei­tet Ihnen Sor­gen?

Sor­gen ist über­trie­ben, aber durch die gute Kon­junk­tur ist es schwie­rig, geeig­ne­tes Per­so­nal zu bekom­men. Wir sind stän­dig auf der Suche nach Tech­ni­kern und Inge­nieu­ren, um unse­re Pro­duk­ten­wick­lun­gen vor­an­zu­trei­ben, auch nach Ver­käu­fern, die bereit sind, als tech­ni­sche Bera­ter beim Kun­den unse­re Pro­duk­te zu ver­trei­ben.

Ver­ra­ten Sie uns noch ein paar per­sön­li­che Din­ge?

Das wich­tigs­te „Hob­by“ ist mei­ne Frau mit unse­ren vier Kin­dern. Die Wochen­en­den und Urlau­be mit ihnen sind eine ent­schei­den­de Basis für mei­ne beruf­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit. Dane­ben ver­su­che ich aus­rei­chend Sport zu betrei­ben (Lau­fen, Snow­boar­den und Rad­fah­ren) und das Leben mit gutem Essen und kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen zu genie­ßen.

Herr Mar­kert, ich dan­ke für das Inter­view.

Mar­kert Grup­pe auf der Fil­tech 2019: Hal­le 11.1, Stand B15