Startschuss für die Deutsche Allianz Meeresforschung • WASSER & ABWASSER

Bei der Vereinsgründung am 4. Juli in Berlin als DAM-Vorstand gewählt: Michael Schulz, Karin Lochte, Michael Bruno Klein (v.l.n.r.) und Peter Herzig (nicht im Bild). (Bild: DAM/Dirk Enters)Bei der Vereinsgründung am 4. Juli in Berlin als DAM-Vorstand gewählt: Michael Schulz, Karin Lochte, Michael Bruno Klein (v.l.n.r.) und Peter Herzig (nicht im Bild). (Bild: DAM/Dirk Enters)
Startschuss für die Deutsche Allianz Meeresforschung

Mit den Unter­schrif­ten von Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek, der Bre­mer Wis­sen­schafts­se­na­to­rin Eva Quan­te-Brandt, der Ham­bur­ger Wis­sen­schafts­se­na­to­rin Katha­ri­na Fege­bank, Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Karin Prien aus Schles­wig-Hol­stein, Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Bet­ti­na Mar­tin aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern und der nie­der­säch­si­schen Staats­se­kre­tä­rin Sabi­ne Johann­sen tritt heu­te die Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung zu Auf­bau und För­de­rung der Deut­schen Alli­anz Mee­res­for­schung (DAM) in Kraft.

Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek beton­te: „Die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung bün­delt die Exper­ti­se von For­schungs­ein­rich­tun­gen und Hoch­schu­len unter einem Dach. Das ist wich­ti­ger denn je, denn die Mee­res- und Kli­ma­wis­sen­schaf­ten tra­gen ent­schei­dend zu unse­rer Zukunfts­si­che­rung bei. Die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung soll Hand­lungs­wis­sen zu gesell­schaft­lich rele­van­ten Fra­gen – wie etwa die Arten­viel­falt in den Mee­ren oder zum Kli­ma­schutz – lie­fern. Das Meer gilt nicht umsonst als Kli­ma­ma­schi­ne der Erde. Die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung wird dazu bei­tra­gen, die lebens­wich­ti­ge Rol­le der Mee­re und Ozea­ne noch bes­ser zu ver­ste­hen und wert­vol­les Wis­sen für die Gestal­tung unse­rer Zukunft zu gewin­nen. Des­halb wird der Bund bis 2022 bis zu 45 Mil­lio­nen Euro für die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung bereit­stel­len. Her­aus­ra­gen­de Mee­res­for­schung aus Deutsch­land her­aus muss ein Mar­ken­zei­chen in der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit wer­den und damit unse­ren Bei­trag zum Kli­ma­schutz sicht­ba­rer machen.“

Die Moti­va­ti­on der Län­der für die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung liegt in dem Bestre­ben, das immense Know-how an den nord­deut­schen For­schungs­ein­rich­tun­gen zur Beant­wor­tung der drän­gen­den Fra­gen in der Mee­res­for­schung zu bün­deln, mit dem Ziel, die inter­na­tio­na­le Spit­zen­po­si­ti­on zu sichern und wei­ter aus­zu­bau­en“ sag­te Bre­mens Wis­sen­schafts­se­na­to­rin Eva Quan­te-Brandt, die der­zeit Vor­sit­zen­de der Gemein­sa­men Wis­sen­schafts­kon­fe­renz (GWK) ist.

Damit wird eine der welt­weit größ­ten mari­nen For­schungs­al­li­an­zen ins Leben geru­fen, die sich zum Ziel gesetzt hat, lösungs­ori­en­tier­tes Hand­lungs­wis­sen für den nach­hal­ti­gen Umgang mit den Mee­ren und Ozea­nen zu erar­bei­ten. Der Bund und die fünf nord­deut­schen Län­der Bre­men, Ham­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein stel­len dafür gemein­sam bis zum Jahr 2022 ins­ge­samt 56,25 Mil­lio­nen Euro bereit. Der Bund betei­ligt sich zu 80 Pro­zent an der Finan­zie­rung, die Län­der tra­gen gemein­sam 20 Pro­zent bei.

Die fünf nord­deut­schen Län­der sind ein wesent­li­cher Stand­ort der deut­schen Mee­res­for­schung. Die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung bringt Uni­ver­si­tä­ten sowie außer­uni­ver­si­tä­re For­schungs­ein­rich­tun­gen wie Helm­holtz-Zen­tren, Leib­niz- und Max-Planck-Insti­tu­te zusam­men und ermög­licht gemein­sa­me Spit­zen­for­schung auf inter­na­tio­nal höchs­tem Niveau. Die Helm­holtz-Gemein­schaft Deut­scher For­schungs­zen­tren e.V. unter­stützt und för­dert die DAM und ihre Geschäfts­stel­le wesent­lich durch den Auf­bau von ver­netz­ten Daten­in­fra­struk­tu­ren, um neue Erkennt­nis­se aus erho­be­nen For­schungs­da­ten zu ermög­li­chen.

Nachhaltigen Umgang mit Meeren und Ozeanen stärken

Die Alli­anz adres­siert die gro­ßen gesell­schaft­lich rele­van­ten Zukunfts­fra­gen der Mee­res­for­schung in gemein­sa­men For­schungs­mis­sio­nen auf höchs­tem Niveau“, erklär­te Micha­el Bru­no Klein, Vor­stands­vor­sit­zen­der der DAM. „Dafür wer­den unse­re Kom­pe­ten­zen gebün­delt und vor­han­de­ne sowie neue Infra­struk­tu­ren, Tech­no­lo­gi­en und Infor­ma­ti­ons­sys­te­me wei­ter­ent­wi­ckelt und aus­ge­baut.“

Mee­re und Ozea­ne spie­len eine zen­tra­le Rol­le für glo­ba­le Kli­ma­pro­zes­se, zäh­len zu den bedeu­tends­ten Öko­sys­te­men der Erde und beein­flus­sen das Leben von Mil­lio­nen Men­schen unmit­tel­bar. „Sie sind erheb­li­chen vom Men­schen ver­ur­sach­ten Belas­tun­gen aus­ge­setzt, etwa durch anstei­gen­de Koh­len­di­oxid­kon­zen­tra­tio­nen, Ver­schmut­zung und inten­si­ve Nut­zung,“ erklär­te Micha­el Schulz, Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der DAM.

Die DAM ent­wi­ckelt in gemein­sa­men For­schungs­mis­sio­nen Hand­lungs­op­tio­nen für den nach­hal­ti­gen Umgang mit dem Meer. Die ers­ten zwei The­men für die Pilot­pha­se umfas­sen einer­seits Optio­nen für Schutz und Nut­zung mari­ner Räu­me zum Erhalt der Bio­di­ver­si­tät und Öko­sys­tem­funk­tio­nen und ande­rer­seits Ana­ly­sen zur Zukunft mari­ner Koh­len­stoff­spei­cher als Hand­lungs­wis­sen für die Kli­ma­po­li­tik. Außer­dem unter­stützt die DAM das Daten­ma­nage­ment und die Digi­ta­li­sie­rung in den Mee­res­wis­sen­schaf­ten und soll lang­fris­tig die Nut­zung der gro­ßen mari­nen Infra­struk­tu­ren koor­di­nie­ren und opti­mie­ren.

Die deut­sche Mee­res­for­schung deckt ein brei­tes Spek­trum ver­schie­de­ner Fach­dis­zi­pli­nen der Küs­ten-, Mee­res-, Kli­ma- und Polar­for­schung ab. Mit ihren For­schungs­schif­fen und -sta­tio­nen, Flug­zeu­gen, Obser­va­to­ri­en und Unter­was­ser­fahr­zeu­gen ver­fügt sie über ein­zig­ar­ti­ge For­schungs­in­fra­struk­tu­ren. Mit mehr als 4.000 Beschäf­tig­ten in Nord­deutsch­land stellt die Mee­res­for­schung zudem einen wich­ti­gen Wirt­schafts­fak­tor dar.

In der Wissenschaft breit verankert

Die Deut­sche Alli­anz Mee­res­for­schung wur­de am 4. Juli in Ber­lin bereits in der Rechts­form eines ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins von den fol­gen­den Ein­rich­tun­gen gegrün­det: das Alfred-Wege­ner-Insti­tut Helm­holtz-Zen­trum für Polar- und Mee­res­for­schung (AWI), die Carl von Ossietz­ky Uni­ver­si­tät Olden­burg mit ihrem Insti­tut für Che­mie und Bio­lo­gie des Mee­res (ICBM), die Chris­ti­an-Albrechts-Uni­ver­si­tät zu Kiel (CAU) mit Kiel Mari­ne Sci­ence (KMS), GEOMAR Helm­holtz-Zen­trum für Ozean­for­schung Kiel, Helm­holtz-Zen­trum Geest­hacht - Zen­trum für Mate­ri­al- und Küs­ten­for­schung (HZG), das Leib­niz-Insti­tut für Ost­see­for­schung War­ne­mün­de (IOW), das Leib­niz-Zen­trum für Mari­ne Tro­pen­for­schung (ZMT), MARUM - Zen­trum für Mari­ne Umwelt­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men, die Max-Planck-Gesell­schaft zur För­de­rung der Wis­sen­schaf­ten e.V.(MPG) mit dem Max-Planck-Insti­tut für Mari­ne Mikro­bio­lo­gie (MPI-MM) und dem Max-Planck-Insti­tut für Meteo­ro­lo­gie (MPI-M), die Sencken­berg Gesell­schaft für Natur­for­schung mit Sencken­berg am Meer, die Uni­ver­si­tät Ham­burg mit ihrem Cen­trum für Erd­sys­tem­for­schung und Nach­hal­tig­keit (CEN), und die Uni­ver­si­tät Ros­tock mit ihrem Depart­ment Mari­ti­me Sys­te­me (MTS).