Scheibenkupplungen überwinden Wasser • WASSER & ABWASSER

Durch die einfache Anflanschung der steckbaren Periflex® bleiben die übrigen Anlagenkomponenten bei der Montage weitestgehend unbehelligt. (Bild: Stromag)Durch die einfache Anflanschung der steckbaren Periflex® bleiben die übrigen Anlagenkomponenten bei der Montage weitestgehend unbehelligt. (Bild: Stromag)
Scheibenkupplungen überwinden Wasser

Die Anden sind nicht nur der längs­te Gebirgs­zug der Welt, son­dern außer­halb Asi­ens auch der höchs­te. Die Ehr­furcht ein­flö­ßen­de Topo­gra­phie des Gebir­ges stellt die Pipe­line­bau­er der Regi­on vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, wenn es um die Absi­che­rung der Betriebs­fä­hig­keit geht, ins­be­son­de­re bei ele­men­ta­ren Res­sour­cen wie Was­ser. Durch Aus­tausch der manu­ell zu schal­ten­den Kupp­lun­gen in den Pump­sta­tio­nen gegen die zuver­läs­si­ge­ren und halt­ba­re­ren Schei­ben­kupp­lun­gen vom Typ Stromag Periflex VN konn­te sich der Betrei­ber einer Was­ser­lei­tung über die Anden jedoch bes­ser gegen Aus­fall­zei­ten absi­chern.

Die Was­ser­pipe­line, deren För­der­me­di­um 1220 Höhen­me­ter über­win­den muss, ist ein hoch­kom­ple­xes Sys­tem mit meh­re­ren die­sel­mo­tor­be­trie­be­nen Pump­sta­tio­nen auf unter­schied­li­chen Höhen am Hang. Jede der abge­le­ge­nen Pump­sta­ti­on ist mit einer gewal­ti­gen 34-stu­fi­gen Krei­sel­pum­pe aus­ge­stat­tet, die den erfor­der­li­chen För­der­druck auf­baut, um das Was­ser berg­auf zur nächs­ten Sta­ti­on zu beför­dern. Jeder der 1425 PS star­ken 12-Zylin­der-Die­sel­mo­to­ren an den ein­zel­nen Sta­tio­nen treibt ein Getrie­be mit einem Über­set­zungs­ver­hält­nis von 1:1,356 an. Ursprüng­lich wur­de die Leis­tung über von Hand zu schal­ten­de Kupp­lun­gen vom Motor auf die Krei­sel­pum­pe über­tra­gen, was im Betrieb zu Ver­schleiß­pro­ble­men führ­te.

Die­se manu­el­len Kupp­lun­gen konn­ten dreh­zahl­un­ab­hän­gig ein- und aus­kup­peln; aller­dings kam es dabei durch die Dreh­zahl­dif­fe­renz der bei­den Wel­len zu über­mä­ßi­gem Ver­schleiß. Am Ende droh­te der Total­aus­fall einer Kupp­lung – und damit der gesam­ten För­der­stre­cke – bis geeig­ne­ter Ersatz zur Ver­fü­gung stün­de. Jede Pump­sta­ti­on hat­te ihre eige­ne manu­el­le Kupp­lung und muss­te daher mit einer eige­nen antriebs­tech­ni­schen Lösung aus­ge­stat­tet wer­den, um die Zuver­läs­sig­keit der Pipe­line und der zuge­hö­ri­gen Pum­pen­an­trie­be auf Dau­er zu gewähr­leis­ten.

Die­se Lösung prä­sen­tier­te sich in Form der Periflex VN-Schei­ben­kupp­lun­gen von Stromag. Als Mar­ke der Altra Indus­tri­al Moti­on Cor­po­ra­ti­on ver­fügt Stromag seit 1932 über eine nach­ge­wie­se­ne Erfolgs­bi­lanz bei der Lie­fe­rung inno­va­ti­ver Antriebs­kom­po­nen­ten für indus­tri­el­le Anwen­dun­gen. Elas­ti­sche Schei­ben­kupp­lun­gen sind ein Spe­zi­al­ge­biet des Unter­neh­mens, wobei sich die Periflex-Kupp­lun­gen auf­grund ihrer beson­de­ren Eigen­schaf­ten für die Pum­p­an­wen­dung in den Anden anbo­ten.

Die Schei­ben­kupp­lung Periflex VN wur­de spe­zi­ell für Die­sel­mo­to­ren ent­wi­ckelt und zeich­net sich durch eine ein­fach direkt an das Schwung­rad anzu­flan­schen­de, elas­ti­sche Kupp­lungs­bau­form aus. Die linea­re Feder­kenn­li­nie der dreh­wei­chen Kupp­lung sorgt für gleich­blei­ben­de Stei­fig­keit, unab­hän­gig vom anlie­gen­den Dreh­mo­ment. Ange­sichts der hohen Dreh­mo­men­te, wel­che die Die­sel­mo­to­ren im Betrieb erzeu­gen, sor­gen die bau­art­be­ding­te Elas­ti­zi­tät und Kon­stanz für eine sanf­te­re Leis­tungs­über­tra­gung auf die Pum­pe. Die für das Pro­jekt aus­ge­wähl­ten, direkt ange­flansch­ten Kupp­lun­gen vom Typ Periflex VN boten eine hohe Dreh­mo­ment­ka­pa­zi­tät von maxi­mal 63.000 Nm und ermög­lich­ten den voll­stän­di­gen Ver­zicht auf die manu­ell zu schal­ten­den Kupp­lun­gen im Antriebs­strang der ein­zel­nen Pump­sta­tio­nen.

Stromag leis­tet sei­nen Kun­den bei Bedarf umfang­rei­che tech­ni­sche Unter­stüt­zung. So umfass­ten die für die­ses Pro­jekt durch­ge­führ­ten Arbei­ten eine Dreh­schwin­gungs­ana­ly­se an der Periflex-Kupp­lung, um vor der Mon­ta­ge die Eig­nung nach­zu­wei­sen. Dar­über hin­aus modi­fi­zier­te Stromag das Design der Kupp­lung, damit die für die Anwen­dung aus­ge­wähl­te Periflex in den beeng­ten Ein­bau­raum des beim Kun­den vor­han­de­nen Getrie­be­ge­häu­ses pass­te.

Dank der ein­fa­chen Steck­mon­ta­ge der Periflex-Kupp­lung blie­ben die übri­gen Anla­gen­kom­po­nen­ten wei­test­ge­hend unan­ge­tas­tet. Außer­dem beschleu­nigt sie War­tungs­maß­nah­men in der Gegen­wart und Zukunft – ein zen­tra­les Anlie­gen der Pipe­line­be­trei­ber. Dank der Mon­ta­ge­vor­tei­le der steck­ba­ren Periflex VN für geglock­te Aggre­ga­te konn­te der Kupp­lungs­aus­tausch in einer Ein­bau­si­tua­ti­on, in der die Kupp­lungs­glo­cke den Zugang zum Schwung­rad und zur Getrie­be­an­triebs­wel­le behin­der­te, pro­blem­los „blind“ erfol­gen.

Nach dem Aus­tausch der von Hand zu schal­ten­den Kupp­lun­gen gegen die Periflex VN konn­te der Betrei­ber eine Ver­bes­se­rung der Betriebs­be­reit­schaft fest­stel­len. Da die Kupp­lun­gen nun nicht mehr regel­mä­ßig aus­fal­len, stieg außer­dem die Betriebs­kos­ten­ef­fi­zi­enz – bei der Anzahl der Pump­sta­tio­nen ein sehr rele­van­ter Vor­teil für den Kun­den.

Für die Bevöl­ke­rung und Unter­neh­men in der abge­le­ge­nen Anden­re­gi­on hängt die Lebens­qua­li­tät ganz wesent­lich von der Zuver­läs­sig­keit der Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur ab. Vor allem die sehr schwer erreich­ba­ren Pump­sta­tio­nen müs­sen in die­sem Zusam­men­hang ein­wand­frei funk­tio­nie­ren. Auch wenn eine 100%ige Ver­füg­bar­keit viel­leicht nicht zu errei­chen ist, hat die zuver­läs­si­ge Periflex VN-Schei­ben­kupp­lung von Stromag ent­schei­den­de Ver­bes­se­run­gen bewirkt.