Regenwassermanagement zu Starkregenereignissen • WASSER & ABWASSER

Aco Drain Schwerlast- und Retentionsrinne Qmax. Bild: Aco Tiefbau VertriebAco Drain Schwerlast- und Retentionsrinne Qmax. (Bild: Aco Tiefbau Vertrieb)
Regenwassermanagement zu Starkregenereignissen

Wäh­rend im Nor­den Euro­pas eine der größ­ten Som­mer-Tro­cken­pe­ri­oden die Ern­ten in der Land­wirt­schaft bedroht, sind im Süden Men­schen­le­ben und Schä­den an Infra­struk­tur und Gebäu­den in Mil­lio­nen­hö­he zu bekla­gen. Zuneh­men­de Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se, die fort­schrei­ten­de Urba­ni­sie­rung und gestie­ge­ne Anfor­de­run­gen an Was­ser­ver- und Ent­sor­gungs­lei­tun­gen stel­len uns vor neue Her­aus­for­de­run­gen. So sind beim Woh­nungs- und Indus­trie­bau, Gar­ten- und Land­schafts­bau sowie Stra­ßen- und Wege­bau inno­va­ti­ve Lösun­gen gefragt, die ein gesamt­heit­li­ches Regen­was­ser­ma­nage­ment bie­ten und den scho­nen­den Umgang mit der Res­sour­ce Was­ser favo­ri­sie­ren.

Herausforderungen der aktuellen Situation

Sowohl bei Hoch­bau­pro­jek­ten als auch bei infra­struk­tu­rel­len Maß­nah­men im urba­nen Bereich, d.h. Ver­kehrs­we­ge und Ver­kehrs­flä­chen, muss die Ober­flä­chen­ent­wäs­se­rung einen höhe­ren Stel­len­wert als bis­her ein­neh­men. Bei der Pla­nung eines effek­ti­ven Regen­was­ser­ma­nage­ments erge­ben sich zwei zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen.

Zum einen die zuneh­men­de Urba­ni­sie­rung: Seit 2008 leben auf der Welt mehr Men­schen in Städ­ten als auf dem Land. Dies hat haupt­säch­lich wirt­schaft­li­che Grün­de, doch auch das ver­än­der­te Kli­ma ver­stärkt die­sen Effekt.

Zum ande­ren der Kli­ma­wan­del: Extre­me Wet­ter­ver­hält­nis­se, wie Tro­cken­pe­ri­oden und Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se häu­fen sich. Durch die­se ist die Kana­li­sa­ti­on oft über­las­tet und es kommt zu Über­flu­tun­gen.

Die Pro­dukt­an­for­de­run­gen an ein effek­ti­ves Regen­was­ser­ma­nage­ment sind kom­plex: Regel­wer­ke, Bau­vor­schrif­ten und DIN-Nor­men müs­sen berück­sich­tigt wer­den. Es ist daher beson­ders wich­tig, ganz­heit­li­che Kon­zep­te zu schaf­fen, in denen alle Inter­es­sen und Vor­schrif­ten ein­be­zo­gen wer­den.

Ansätze für angepasstes Regenwassermanagement urbaner Bereiche

In Deutsch­land ist mehr als die Hälf­te der bebau­ten Flä­chen ver­sie­gelt. So wird ver­hin­dert, dass Regen­was­ser direkt dem natür­li­chen Was­ser­kreis­lauf wie­der zuge­führt wer­den kann. Des­halb müs­sen ver­sie­gel­te Flä­chen redu­ziert und bei der Schaf­fung neu­er Wohn­räu­me auf eine Ent­sieg­lung geach­tet wer­den. Dies kann bei­spiels­wei­se bei Park­flä­chen durch den Ein­satz einer Kiessta­bi­li­sie­rung oder durch Rasen­wa­ben gesche­hen. Beson­ders in inner­städ­ti­schen Berei­chen eig­nen sich zur Ent­sie­ge­lung auch Grün­dä­cher. Denn auf Flach­dach­flä­chen fal­len zwar gro­ße Men­gen an Regen­was­ser an, gleich­zei­tig bie­ten die­se aber auch eine gro­ße Chan­ce, Was­ser zwi­schen­zu­spei­chern und durch Ver­duns­tung abzu­ge­ben.

Ein wei­te­rer Ansatz liegt im tech­ni­schen und kon­struk­ti­ven Schutz gegen Über­flu­tung in Gebäu­den und in der Infra­struk­tur. Für pri­va­te Haus­be­sit­zer rei­chen oft schon klei­ne bau­li­che Ver­än­de­run­gen an Kel­ler­ab­gän­gen, Kel­ler­licht­schäch­ten, Tief­ga­ra­gen­zu­fahr­ten etc. aus, um den Kel­ler vor Über­schwem­mung zu schüt­zen.

Das größ­te Poten­zi­al für ein ange­pass­tes Regen­was­ser­ma­nage­ment in urba­nen Berei­chen liegt in der was­ser­sen­si­blen Stadt- und Frei­raum­ge­stal­tung. Bei Stark­re­gen ist die Kana­li­sa­ti­on oft über­las­tet, her­kömm­li­che Ent­wäs­se­rungs­sys­te­me kön­nen die Was­ser­mas­sen nicht mehr bewäl­ti­gen. Die Alter­na­ti­ve: Anfal­len­des Nie­der­schlags­was­ser wird ober­flä­chen­nah über Aco Drain Ent­wäs­se­rungs­rin­nen gesam­melt und auf abge­senk­te Frei­flä­chen gelei­tet, die geflu­tet wer­den kön­nen und so Rück­hal­te- und Reten­ti­ons­räu­me („Zwi­schen­puf­fer“) schaf­fen. Der­ar­ti­ge Frei­flä­chen kön­nen gleich­zei­tig auch als archi­tek­to­ni­sches Gestal­tungs­ele­ment in einer Stadt die­nen. Auf die­se Wei­se muss das Was­ser idea­ler­wei­se gar nicht erst in die über­las­te­te Kana­li­sa­ti­on ein­ge­lei­tet wer­den, weil es voll­stän­dig auf die­sen Flä­chen ver­si­ckern kann. Bei früh­zei­ti­ger Pla­nung mit dem Ansatz der ober­flä­chen­na­hen Ent­wäs­se­rung kann kom­plett auf eine Ver­roh­rung zur Ablei­tung des Ober­flä­chen­was­sers ver­zich­tet wer­den.

Doch nicht nur die was­ser­sen­si­ble Stadt- und Frei­raum­ge­stal­tung bie­tet Mög­lich­kei­ten eines ange­pass­ten Regen­was­ser­ma­nage­ments im inner­städ­ti­schen Bereich. Auch eine was­ser­sen­si­ble Stra­ßen­ge­stal­tung gilt als hin­rei­chen­de Opti­on. Eine klas­si­sche Stra­ße im urba­nen Bereich hat ein Dach­pro­fil mit je einem Bord links und rechts, an dem die Stra­ßen­ab­läu­fe lie­gen. Kehrt man die­se Kon­struk­ti­on um, sodass eine Nei­gung zur Stra­ßen­mit­te und die Ent­wäs­se­rung in die­sem Bereich besteht, kann Was­ser in der Stra­ße zwi­schen­ge­spei­chert wer­den. Pro Meter Stra­ße kön­nen dadurch 0,6 bis 1,0 m³ Rück­stau­vo­lu­men für die Rück­hal­tung von Regen­was­ser gewon­nen wer­den. Der Stra­ßen­raum bie­tet somit eins der größ­ten Poten­zia­le für die Zwi­schen­spei­che­rung von Was­ser.

Letzt­lich ist eine regel­mä­ßi­ge Ana­ly­se, wel­che Pro­duk­te an kri­ti­schen Stel­len benö­tigt wer­den oder ver­bes­sert wer­den kön­nen, zwin­gend not­wen­dig. Das heißt, die Opti­mie­rung von Ent­wäs­se­rungs­sys­te­men für Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se.  Aco unter­stützt hier nicht nur bei bestehen­den Ent­wäs­se­rungs­sys­te­men, son­dern auch bei der Pla­nung von neu­en Erschlie­ßungs­ge­bie­ten, zum Bei­spiel in Form von hydrau­li­schen Berech­nun­gen. All­ge­mein lässt sich hier­bei sagen, dass sich eine ober­flä­chen­na­he Ent­wäs­se­rung opti­mal kon­trol­lie­ren lässt und des­halb oft­mals bes­ser geeig­net ist, als das Nie­der­schlags­was­ser durch Stra­ßen­ab­läu­fe direkt in den Kanal zu lei­ten.

Alternative Systeme zur Rückhaltung und Schaffung von Retentionsräumen

Ein klei­ner Aus­blick auf neue Pro­duk­te und Ide­en aus der Indus­trie, mit denen sich die vor­ge­stell­ten Ansät­ze umset­zen las­sen, macht auch die Betrach­tung mög­li­cher Boden­ver­hält­nis­se not­wen­dig. Grund­sätz­lich lässt sich zwi­schen ver­si­cke­rungs­fä­hi­gem und nicht ver­si­cke­rungs­fä­hi­gem Boden unter­schei­den. Bei ver­si­cke­rungs­fä­hi­gem Boden kann das Regen­was­ser durch Ver­si­cke­rung wie­der dem natür­li­chen Was­ser­kreis­lauf zuge­führt wer­den.

Bei nicht ver­si­cke­rungs­fä­hi­gem Boden muss das Was­ser bei Stark­re­gen zwi­schen­ge­spei­chert wer­den. Hier­für bie­ten sich meh­re­re Pro­dukt­lö­sun­gen an. Die Reten­ti­ons­rin­ne Aco Qmax ist gleich­zei­tig Ober­flä­chen­ent­wäs­se­rung und Rück­hal­tung in prin­zi­pi­el­ler Form eines Stau­raum­ka­nals. Durch die Ein­lauf­öff­nun­gen an der Ober­flä­che wird das Regen­was­ser gesam­melt und bei nor­ma­ler Nie­der­schlags­men­ge in die Kana­li­sa­ti­on abge­lei­tet. Bei Stark­re­gen kommt es durch einen gedros­sel­ten Abgang zum Ein­stau des Nie­der­schlags­was­sers zunächst im Hohl­raum der Rin­ne, in dem bis zu 400 Liter pro Meter zurück­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Die­ses wird erst nach eini­gen Stun­den gedros­selt an die Kana­li­sa­ti­on abge­ge­ben, ohne sie zu über­las­ten. Aco Qmax ist somit Ent­wäs­se­rung und Rück­hal­tung in einem und kann durch sei­ne hohe Leis­tungs­fä­hig­keit ohne Anschluss­ka­nal aus­kom­men.

Fazit / Handlungsempfehlungen

Die Betrach­tung der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on und der vor­ge­stell­ten Lösungs­an­sät­ze lässt den Schluss zu, dass bestehen­de Bau­wer­ke aktiv tech­nisch und kon­struk­tiv ver­bes­sert wer­den kön­nen, um sie für Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se zu rüs­ten. Gleich­wohl sind die Chan­cen einer ober­flä­chen­na­hen Ent­wäs­se­rung und alter­na­ti­ve Mög­lich­kei­ten zur Schaf­fung von natür­lich oder tech­ni­schen Reten­ti­ons­räu­men zu nut­zen.