Projekt zur Analyse von Gewässerqualität • WASSER & ABWASSER

Gewässer Wasser Abwasser Technik W&A Fließgewässer
Projekt zur Analyse von Gewässerqualität

Kral­len von Köcher­flie­gen, Rücken­fur­chen bei Kreb­sen, Poren­mus­ter auf Kie­sel­al­gen: Anhand ver­schie­de­ner Merk­ma­le bestim­men Exper­ten klas­sisch die Art von Lebe­we­sen und kön­nen dadurch auf die Qua­li­tät eines Öko­sys­tems schlie­ßen. Ob das künf­tig schnel­ler und stan­dar­di­sier­ter über DNA-Ana­ly­sen gehen kann, unter­sucht ein neu­es Pro­jekt von Bio­lo­gen an der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen (UDE).

Es sind drei Haupt­grup­pen von Lebe­we­sen, die Bio­lo­gen etwas über die Qua­li­tät eines Gewäs­sers ver­ra­ten: Fische, Klein­tie­re wie Schne­cken, Krebs­chen oder Insek­ten­lar­ven sowie klei­ne Algen. Dafür müs­sen Pro­ben ent­nom­men, Arten ein­zeln von Exper­ten bestimmt und ver­gli­chen wer­den.

Soge­nann­tes DNA-Meta­bar­co­ding könn­te die­se Pro­ze­dur für Gewäs­ser dras­tisch ver­kür­zen: Dazu nimmt man Pro­ben vom Grund des Gewäs­sers oder das Was­ser selbst, in dem Tie­re und Pflan­zen über Aus­schei­dun­gen und Abrieb ihre DNA hin­ter­las­sen haben. Die DNA-Sequen­zie­rung ent­hüllt anschlie­ßend alle Arten.

Im Pro­jekt „GeD­NA“, Gewäs­ser­be­wer­tung mit DNA-Meta­bar­co­ding, wird die DNA-basier­te mit der klas­si­schen Metho­de ver­gli­chen. Dabei geht es nicht nur um mög­lichst schnel­le und stan­dar­di­sier­te Ergeb­nis­se, son­dern auch um neue Indi­ka­to­ren für die Gewäs­ser­be­ur­tei­lung: „Klas­sisch schaut man sich ins­be­son­de­re Insek­ten oder Fische an. Aber bis die­se gro­ßen Tie­re einen Lebens­raum nach einer Rena­tu­rie­rung besie­deln, dau­ert es. Viel schnel­ler sind zum Bei­spiel Ein­zeller, die bei der DNA-Gesamt­ana­ly­se natür­lich auch erfasst wer­den“, erklärt Pro­jekt­lei­ter Flo­ri­an Lee­se, Pro­fes­sor für Aqua­ti­sche Öko­sys­tem­for­schung an der UDE.

Das Pro­jekt wird vom Umwelt­bun­des­amt geför­dert und star­tet am 11. Juli als Pilot­stu­die. Bis 2022 wer­den Pro­ben von mehr als 200 Stel­len aus Fließ­ge­wäs­sern in NRW, Sach­sen und Bay­ern mit klas­si­schen und DNA-basier­ten Metho­den ver­glei­chend aus­ge­wer­tet. Um ins­be­son­de­re auch die Exper­ti­se der­je­ni­gen ein­zu­be­zie­hen, deren täg­li­che Arbeit das Pro­jekt betrifft, wird es von einem Nut­zer­bei­rat aus der behörd­li­chen Pra­xis beglei­tet.