Neue Großwasserraumkessel versorgen Chemnitzer mit Fernwärme • WASSER & ABWASSER

Drei Doppelflammrohr-Kessel speisen je nach Bedarf bis zu 100.000 Kilowatt in das Fernwärmenetz ein. Bild: ViessmannDrei Doppelflammrohr-Kessel speisen je nach Bedarf bis zu 100.000 Kilowatt in das Fernwärmenetz ein. (Bild: Viessmann)
Neue Großwasserraumkessel versorgen Chemnitzer mit Fernwärme

Im Süden der Stadt Chem­nitz betreibt der Ener­gie­ver­sor­ger eins ener­gie in sach­sen das Heiz­werk Alt­chem­nitz. Die Anla­ge muss­te nach 40 Jah­ren Betrieb von Grund auf moder­ni­siert wer­den. Den Auf­trag für die kom­plet­te Umrüs­tung erhielt  Viess­mann Indus­tri­al Boi­ler Solu­ti­ons, ein Unter­neh­men der Viess­mann-Divi­si­on Indus­trie­sys­te­me.

Viess­mann hat dort in einem Bestands­ge­bäu­de ein kom­plett neu­es Heiz­sys­tem errich­tet. Die Basis hier­für bil­den spe­zi­el­le Groß­was­ser­raum­kes­sel. Drei bau­glei­che Model­le mit jeweils 33,3 MWth tra­gen dazu bei, rund 40 Pro­zent der Haus­hal­te in der Regi­on mit Warm- und Heiz­was­ser zu ver­sor­gen. Viess­mann lie­fer­te hier­bei nicht nur die Kes­sel, son­dern auch Bren­ner, Kami­ne, Rauch­gas­an­la­ge, elek­tri­sche Ver­ka­be­lung, Rohr­lei­tungs­ver­le­gung und Iso­lie­rung.

Die Pro­jekt­ab­wick­lung vom Anla­gen-Engi­nee­ring über die Mon­ta­ge bis hin zur Inbe­trieb­nah­me über­nahm die Viess­mann Indus­tri­al Boi­ler Solu­ti­ons. Gefer­tigt wer­den Kes­sel die­ser Grö­ßen­ord­nung bei der Viess­mann-Toch­ter HKB in den Nie­der­lan­den. Die Kes­sel wur­den extra so kon­stru­iert, dass sie über die Stra­ße trans­por­tiert wer­den konn­ten.

Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung war das Ein­brin­gen der jeweils 70 Ton­nen schwe­ren Kes­sel in das enge Kes­sel­haus. Dafür wur­den spe­zi­ell für die­sen Ein­satz Kran- und Trans­port­vor­rich­tun­gen instal­liert, um die Kes­sel an ihre fina­len Stand­or­te zu brin­gen.

Seit der Inbe­trieb­nah­me Ende 2018 spei­sen die drei Dop­pel­flamm­rohr-Kes­sel je nach Bedarf bis zu 100.000 Kilo­watt in das Fern­wär­me­netz ein. Die Emis­si­ons­wer­te lie­gen dabei unter den gesetz­li­chen Vor­ga­ben.

Mit zwei Kraft­wer­ken betreibt eins mit einer Gesamt­län­ge von ca. 300 Kilo­me­ter eines der größ­ten Fern­wär­me­net­ze in Deutsch­land. Alt­chem­nitz kommt als Spit­zen­heiz­werk nur bei Bedarf zum Ein­satz, etwa in einer beson­ders kal­ten oder lang anhal­ten­den Win­ter­pe­ri­ode oder wäh­rend War­tungs­ar­bei­ten im Haupt­werk. Durch die modu­la­re Bau­wei­se kön­nen die drei Kes­sel fle­xi­bel zuge­schal­tet wer­den.

Für die Betrei­ber war nicht zuletzt die bedien- und beob­ach­tungs­freie Fahr­wei­se ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um bei der Ver­ga­be des Auf­trags an Viess­mann. Das Kraft­werk wird von einer zen­tra­len Leit­war­te aus gesteu­ert. Für Sil­via Trüm­per, Abtei­lungs­lei­te­rin Heiz­wär­me und Strom­erzeu­gung bei eins, ging mit dem Ersatz der alten Heiss­was­ser­er­zeu­ger ein gro­ßer Wunsch in Erfül­lung: „Es freut mich, dass eine gute Anla­ge ent­stan­den ist und wir gemein­sam mit Viess­mann das Pro­jekt  erfolg­reich abschlie­ßen konn­ten“.