Naturtourismus in den Tropen • WASSER & ABWASSER

Naturtourismus in Costa Rica: die Küste der Nicoya Peninsula. (Bild: Marie Fujitani, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT))Naturtourismus in Costa Rica: die Küste der Nicoya Peninsula. (Bild: Marie Fujitani, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT))
Naturtourismus in den Tropen

Sozi­al-öko­lo­gi­sche For­schung und eine neue Arbeits­grup­pe am Leib­niz-Zen­trum für Mari­ne Tro­pen­for­schung (ZMT) in Koope­ra­ti­on mit dem Fach­be­reich Sozi­al­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men för­dert das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) mit knapp zwei Mil­lio­nen Euro. Die Ergeb­nis­se des For­schungs­pro­jekts sol­len zur Ent­wick­lung eines nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus bei­tra­gen.

Im Mit­tel­punkt des fünf­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jekts „Trans­dis­zi­pli­nä­re Wis­sen­schaft für nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus“ (Trans­Tou­ris­mus) steht das Pro­blem der Abwas­ser­ent­sor­gung an tro­pi­schen Küs­ten. Die­se sind für den der­zeit boo­men­den Natur­tou­ris­mus beson­ders attrak­tiv und ent­wi­ckeln sich schnell. Unzu­rei­chend gerei­nig­te Abwäs­ser aus tou­ris­ti­schen Anla­gen gelan­gen ins Meer und kön­nen Fol­gen für Küs­ten­öko­sys­te­me, mensch­li­che Gesund­heit und die Tou­ris­mus­in­dus­trie vor Ort haben. Die Gemein­den müs­sen daher han­deln, aber was ist zu tun? Was sind die bes­ten Wege, um her­aus­zu­fin­den, wie die Situa­ti­on ver­bes­sert wer­den kann?

Forschung bindet Expertinnen und Experten vor Ort ein

Pro­jekt­lei­te­rin Dr. Marie Fuji­ta­ni, Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin am Leib­niz-Zen­trum für Mari­ne Tro­pen­for­schung (ZMT) und an der Uni­ver­si­tät Bre­men, will Tou­ris­mus­ge­mein­den in Tan­sa­nia, Indo­ne­si­en und Cos­ta Rica dabei unter­stüt­zen, ihr Abwas­ser­ma­nage­ment zu ver­bes­sern. Um aus­ge­wo­ge­ne Lösungs­vor­schlä­ge zu fin­den, bin­det sie ver­schie­de­ne Inter­es­sen­grup­pen ein, wie etwa Hotel-, Restau­rant- und Laden­be­sit­zen­de, Rei­se­ver­an­stal­ten­de, poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ge­rin­nen und -trä­ger und Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen. „So kön­nen ein ganz­heit­li­ches Bild der tou­ris­mus­be­ding­ten Abwas­ser­be­las­tung ent­wi­ckelt und Lösun­gen zur Ent­sor­gung erar­bei­tet wer­den“, sagt sie. Das Pro­jekt besteht aus Teil­stu­di­en, die Natur- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten inte­grie­ren, um den Zusam­men­hang zwi­schen Dienst­leis­tun­gen der Öko­sys­te­me, Tou­ris­mus, Gesund­heit und mensch­li­chem Wohl­be­fin­den zu iden­ti­fi­zie­ren. „In dem Pro­zess der Ent­schei­dungs­fin­dung, wer­den wir nicht nur ver­schie­de­ne mari­ne Öko­sys­te­me, son­dern auch die unter­schied­li­chen Prio­ri­tä­ten von Gemein­de­mit­glie­dern und Tou­ris­ten berück­sich­ti­gen“, so Fuji­ta­ni.

Ein umweltschonender und sozialverträglicher Tourismus

Unse­re For­schungs­grup­pe Deli­be­ra­ti­on, Bewer­tung und Nach­hal­tig­keit unter­sucht Pro­zes­se für das Manage­ment gemein­sa­mer natür­li­cher Res­sour­cen, die Ent­schei­dun­gen unter­stüt­zen sol­len. Dabei liegt unser Fokus dar­auf, wie man Natur­tou­ris­mus nach­hal­ti­ger gestal­ten kann“, so Fuji­ta­ni. „Wir unter­su­chen, wie Ein­flüs­se aus­ge­wähl­ter Indi­ka­to­ren und Infor­ma­ti­ons­quel­len und ver­schie­de­ne Vor­stel­lun­gen vom Wert der Umwelt unse­re Ent­schei­dun­gen auf sozi­al, öko­lo­gisch und öko­no­misch nach­hal­ti­ge Pfa­de lei­ten kön­nen.“ Das trans­di­zi­pli­nä­re For­schungs­pro­jekt bezieht bereits bei der Erar­bei­tung der For­schungs­fra­gen unter­schied­li­che Inter­es­sen­grup­pen aus Wis­sen­schaft und Gesell­schaft in tro­pi­schen Part­ner­län­dern des ZMT ein. Für die Stu­di­en wird Dr. Marie Fuji­ta­ni zunächst eine neue Nach­wuchs­ar­beits­grup­pe am ZMT auf­bau­en. Drei Dok­to­ran­den und ein Post­doc wer­den sie in ihrer Arbeit unter­stüt­zen, eben­so wie For­schen­de aus ver­schie­de­nen natur­wis­sen­schaft­li­chen Arbeits­grup­pen des ZMT.