Mehr Flexibilität für Wasserversorger • WASSER & ABWASSER

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Mehr Flexibilität für Wasserversorger

Seit dem 3. Janu­ar 2018 kön­nen Was­ser­ver­sor­ger in Deutsch­land optio­nal ihre Pro­ben­nah­me­pla­nung basie­rend auf den Ergeb­nis­sen einer Risi­ko­be­wer­tung anpas­sen. Um die Umset­zung der soge­nann­ten “Risi­ko­be­wer­tungs­ba­sier­ten Anpas­sung der Pro­ben­nah­me­pla­nung (RAP)“ zu unter­stüt­zen, stellt das Umwelt­bun­des­amt seit Dezem­ber 2018 kos­ten­lo­se Schu­lungs­ma­te­ria­li­en zur Ver­fü­gung.

Die RAP ist für vie­le Was­ser­ver­sor­ger und Gesund­heits­äm­ter neu. Durch die Über­tra­gung der Ände­run­gen der Anhän­ge der EU-Trink­was­ser­richt­li­nie in deut­sches Recht Anfang 2018 sowie durch die aktu­ell dis­ku­tier­te Revi­si­on der gesam­ten Richt­li­nie, rückt der Risi­ko­an­satz immer wei­ter in den Fokus des deut­schen Trink­was­ser­sek­tors. Dank der neu­en gesetz­li­chen Vor­ga­ben haben Was­ser­ver­sor­ger nun mehr Fle­xi­bi­li­tät bei der Pro­ben­nah­me­pla­nung. Basie­rend auf den Ergeb­nis­sen einer Risi­ko­be­wer­tung kann die­se in Bezug auf Häu­fig­keit und Umfang indi­vi­du­ell an die jewei­li­gen Gege­ben­hei­ten vor Ort ange­passt wer­den. Bestehen­de Geneh­mi­gun­gen zur Ver­rin­ge­rung des Unter­su­chungs­um­fangs hat­ten noch bis Ende 2018 Bestand. Seit­dem kön­nen Was­ser­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men Redu­zie­run­gen bei der Pro­ben­nah­me nur noch auf Grund­la­ge einer RAP beim Gesund­heits­amt bean­tra­gen.

Das Ziel des risi­ko­ba­sier­ten Ansat­zes ist es, den Fokus von der Feh­ler­su­che bei der End­pro­dukt­kon­trol­le hin zu Gefähr­dun­gen und Gefähr­dungs­er­eig­nis­sen sowie auf die dar­aus resul­tie­ren­den Risi­ken zu len­ken, die durch sys­te­ma­ti­sche Ana­ly­se iden­ti­fi­ziert wer­den.

In bis­he­ri­gen Pilot­pro­jek­ten brach­te die sys­te­ma­ti­sche Ana­ly­se aller vor­han­de­nen Risi­ken der gesam­ten Was­ser­ver­sor­gung für die Ver­sor­ger einen zusätz­li­chen Nut­zen in vie­len Berei­chen. Vor allem führt der Pro­zess einer Risi­ko­be­wer­tung zu einem bes­se­ren Sys­tem­ver­ständ­nis und damit zu einer höhe­ren Betriebs­si­cher­heit – und dies trotz des bereits hohen Niveaus der Trink­was­ser­ver­sor­gung in Deutsch­land. Zusätz­lich zeig­te sich eine Ver­bes­se­rung der inter­nen sowie der exter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den zustän­di­gen Gesund­heits­äm­tern.

Um die­ses Umden­ken im deut­schen Trink­was­ser­sek­tor aktiv zu unter­stüt­zen, hat das Umwelt­bun­des­amt (UBA) im Rah­men eines BMG-geför­der­ten Pro­jekts ein Schu­lungs­kon­zept zu Risi­ko­be­wer­tung und Risi­ko­ma­nage­ment in der Trink­was­ser­ver­sor­gung ent­wi­ckelt. Die­ses wur­de im Herbst 2018 erfolg­reich in Pro­be­schu­lun­gen getes­tet. Damit wird die Umset­zung sowohl für gro­ße als auch für klei­ne Was­ser­ver­sor­ger erleich­tert, und Gesund­heits­äm­tern wer­den Infor­ma­tio­nen für die Bewer­tung der von Was­ser­ver­sor­gern ein­ge­reich­ten Unter­la­gen ange­bo­ten. Die Schu­lungs­ma­te­ria­li­en bestehen aus einer Power Point Prä­sen­ta­ti­on, einem Anlei­tungs­buch für Trai­ner und Trai­ne­rin­nen sowie einem Arbeits­buch für Teil­neh­men­de. Sie rich­ten sich an Per­so­nen und Insti­tu­tio­nen, die Schu­lun­gen zum The­ma Risi­ko­be­wer­tung und Risi­ko­ma­nage­ment für Was­ser­ver­sor­ger, Gesund­heits­äm­ter und wei­te­re Inter­es­sier­te anbie­ten möch­ten. Durch den modu­la­ren Auf­bau kön­nen Trai­ne­rin­nen und Trai­ner die Mate­ria­li­en den jewei­li­gen Bedürf­nis­sen der Ziel­grup­pen leicht anpas­sen. Die Mate­ria­li­en kön­nen kos­ten­los beim UBA ange­for­dert wer­den.