Maßnahmen für nachhaltiges Wasserressourcen-Management • WASSER & ABWASSER

Eröffnung des Trainingszentrums durch Dr. Christian Alecke (BMBF) und Vizeminister Ali Akbar Mohajeri (Energieministerium Iran). Bild: IHEARIEröffnung des Trainingszentrums durch Dr. Christian Alecke (BMBF) und Vizeminister Ali Akbar Mohajeri (Energieministerium Iran). (Bild: IHEARI)
Maßnahmen für nachhaltiges Wasserressourcen-Management

Der Fluss Zayan­deh Rud im Zen­tra­li­ran ver­sorgt gut 4,5 Mil­lio­nen Men­schen mit Was­ser. Die Regi­on um Isfa­han gehört zu den wich­tigs­ten indus­tri­el­len und land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­ons­zen­tren des Lan­des. Der Fluss ist jedoch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf wei­ten Stre­cken wie­der­holt aus­ge­trock­net. Grün­de hier­für sind neben kli­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen vor allem der Bedarf an Was­ser für die Land­wirt­schaft, für Trink­was­ser und für die Indus­trie, der seit Jah­ren das Was­ser­dar­ge­bot mehr und mehr über­steigt. Die durch inkon­sis­ten­te und intrans­pa­ren­te Was­ser­zu­tei­lung ent­ste­hen­den Nut­zungs­kon­flik­te ent­la­den sich immer wie­der in sozia­len Unru­hen.

Im Jahr 2010 star­te­te daher das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) geför­der­te Pro­jekt zu inte­grier­tem Was­ser­res­sour­cen­ma­nage­ment, des­sen Ziel die Ent­wick­lung einer nach­hal­ti­gen Was­ser­wirt­schaft für das Ein­zugs­ge­biet des Zayan­deh Rud war. Unter der Lei­tung des inter 3 Insti­tuts für Res­sour­cen­ma­nage­ment wur­den Lösungs­an­sät­ze für effi­zi­en­te­re Was­ser­nut­zung und Abwas­ser­wie­der­ver­wen­dung in ver­schie­de­nen Sek­to­ren erar­bei­tet, neue Tech­no­lo­gi­en erprobt, Emp­feh­lun­gen zu land­wirt­schaft­li­cher Trans­for­ma­ti­on und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung gege­ben und ein com­pu­ter­ge­stütz­tes Ent­schei­dungs­hil­fein­stru­ment erstellt.

Im Pro­jekt­team arbei­te­ten Wis­sen­schaft­ler und Unter­neh­men bei­der Län­der eng zusam­men dar­an, in Deutsch­land erprob­te Tech­no­lo­gi­en und Manage­ment-Stra­te­gi­en an die spe­zi­fi­sche Situa­ti­on im Ein­zugs­ge­biet anzu­pas­sen und erfolg­reich ein­zu­set­zen. Damit wur­de die Über­trag­bar­keit der Tech­no­lo­gi­en und Metho­den sicher­ge­stellt.

Deutsch-iranische Zusammenarbeit: Know-how- und Technologietransfer sollen verstetigt werden

Mit einer zwei­tä­gi­gen Abschluss­kon­fe­renz in Isfa­han ist im Dezem­ber die zwei­te Pha­se des Pro­jekts been­det wor­den. Rund 150 Teil­neh­mer infor­mier­ten sich über die Pro­jekt­er­geb­nis­se und dis­ku­tier­ten mög­li­che zukünf­ti­ge gemein­sa­me Akti­vi­tä­ten. Denn zur Umset­zung der pilo­t­haft durch­ge­führ­ten Arbei­ten sind wei­te­re Anstren-gun­gen nötig.

Dr. Chris­ti­an Ale­cke vom Refe­rat Res­sour­cen, Kreis­lauf­wirt­schaft; Geo­for­schung des BMBF unter­strich in sei­ner Begrü­ßungs­re­de die gute Zusam­men­ar­beit Deutsch­lands und des Iran im Bereich des Know-how und Tech­no­lo­gie­trans­fers im Was­ser­sek­tor.

Von ira­ni­scher Sei­te waren wich­ti­ge Ent­schei­dungs­trä­ger aus dem Zayan­deh Rud Ein­zugs­ge­biet, wie die Vor­stand­vor­sit­zen­den der Was­ser­be­hör­den und Was­ser­be­trie­ben sowie der Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­tre­ter der Umwelt­be­hör­de oder der Geschäfts­füh­rer der Fluss­ge­biets­or­ga­ni­sa­ti­on zur Kon­fe­renz gekom­men. Sym­bo­lisch wur­den an die ira­ni­schen Part­ner die Pro­duk­te des Pro­jekts über­reicht.

Eine wich­ti­ge Rol­le bei der Ver­ste­ti­gung der Zusam­men­ar­beit soll das neu eröff­ne­te deutsch-ira­ni­sche Trai­nings­zen­trum für Was­ser- und Abwas­ser­ma­nage­ment spie­len, das in Isfa­han auf­ge­baut wur­de. Zu jedem Kom­pe­tenz­be­reich wer­den eige­ne Trai­nings­mo­du­le erar­bei­tet und dann Trai­ner aus dem gan­zen Iran sowohl fach­lich als auch didak­tisch geschult, so dass nach und nach ein kom­pe­ten­ter Trai­ner­pool ent­steht. Wäh­rend der Pro­jekt­lauf­zeit haben bereits mehr als 100 Trai­ner an Pilot­trai­nings teil­ge­nom­men. Das Zen­trum soll jedoch mehr als ein rei­ner Schu­lungs­ort sein, näm­lich auch Aus­tausch­platt­form und Show­room für deut­sche Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men. Das Trai­nings­zen­trum wur­de nun fei­er­lich durch Dr. Chris­ti­an Ale­cke und den ira­ni­schen Vize­mi­nis­ter für For­schung, Ali Akbar Moha­je­ri, eröff­net.

Das For­schungs­vor­ha­ben „IWRM Zayan­deh Rud“ wur­de vom BMBF im Rah­men der För­der­maß­nah­me „Inte­grier­tes Was­ser­res­sour­cen-Manage­ment: Von der For­schung in die Umset­zung (IWRM)“ geför­dert. Im Iran hat das Ener­gie­mi­nis­te­ri­um das Pro­jekt unter­stützt und die Was­ser­be­hör­de Isfa­han als loka­len Pro­jekt­ko­or­di­na­tor ein­ge­setzt. Zahl­rei­che wei­te­re Insti­tu­tio­nen waren in die Pro­jekt­ak­ti­vi­tä­ten invol­viert dar­un­ter z.B. Gou­ver­neurs-, Land­wirt­schafts- und Umwelt­be­hör­den, die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Isfa­han oder Indus­trie­un­ter­neh­men.

Neben inter 3 waren auf deut­scher Sei­te das IT-Unter­neh­men DHI-WASY, die Inge­nieur­ge­sell­schaft p2m ber­lin, die abc advan­ced bio­mass con­cepts GmbH, die Deut­sche Ver­ei­ni­gung für Was­ser­wirt­schaft, Abwas­ser und Abfall, das Leib­niz-Insti­tut für Agrar­tech­nik und Bio­öko­no­mie e.V. und die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Ber­lin betei­ligt.