Klärschlammverwertung nachhaltig gestalten • WASSER & ABWASSER

Klärschlammverwertung nachhaltig gestalten

In den vier von insgesamt 32 Hallen in der neuen solar-thermischen Trocknungsanlage in Bottrop (D) ist der Testbetrieb erfolgreich angelaufen. Thermo-System Industrie- & Trocknungstechnik GmbH realisiert zusammen mit dem Schwesterunternehmen Rabensteiner GmbH für die Emschergenossenschaft die derzeit größte solar-thermische Klärschlammtrocknungsanlage der Welt. Die Anlage ist integraler Bestandteil des „Hybridkraftwerk Emscher“, Deutschlands erster energieautarker Großkläranlage. Planmäßig soll die Anlage bis zum Sommer 2021 den Regelbetrieb in voller Auslastung aufnehmen.

Am Standort der Großkläranlage Bottrop wird der Klärschlamm von rund 4 Mio. EW behandelt.  Insgesamt wird zukünftig eine Schlammmenge von ca.180.000 Tonnen pro Jahr in den Trocknungshallen auf einer Netto-Trocknungsfläche von mehr als 40.000 Quadratmetern solar-thermisch getrocknet. Dabei wird das Wasser durch die durch Sonneneinstrahlung in den Glashäusern entstehende Wärme, sowie durch die Nutzung von Abwärme ausgetragen. Der Vorteil des solar-thermischen Verfahrens besteht darin, dass die Schlämme unter Nutzung von Solarenergie unabhängig von den Wetterverhältnissen durchgehend und gleichmäßig getrocknet werden können.

Das Elektrische Schwein®, ein von Thermo-System speziell entwickelter und patentierter Wenderoboter, sorgt für eine homogene Trocknung. Der auf diese Weise getrocknete Schlamm hat einen Brennwert vergleichbar mit jenem von Braunkohle und wird direkt auf der Kläranlage in einer Monoverbrennungsanlage verbrannt. Die daraus entstehende Abwärme wird wiederum der Schlammtrocknung in den Glashäusern zugeführt, wodurch sich der Energiekreislauf schließt.

„Durch den Bau der solar-thermischen Trocknungsanlage in Bottrop realisieren wir ein zukunftsweisendes Konzept, welches zu einer erheblichen Minderung der CO2-Emissionen und damit in vorbildlicher Weise zum Klimaschutz beiträgt.“

– Torsten Frehmann, Betriebsmanager der Emschergenossenschaft

Die Abluft wird durch spezielle Biofilter geführt, somit werden die Geruchsemissionen auf ein Minimum reduziert. Bisher mussten dem Klärschlamm vor der Verbrennung erhebliche Mengen an Kohle beigemischt werden, um den Heizwert zu erhöhen. Da dieser Schritt zukünftig entfällt, können signifikant CO2-Emissionen eingespart werden – ein vorbildlicher Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende.

„Die Basis für den Erfolg des Vorzeigeprojekts ist die erfolgreiche Kooperation der beiden Schwesterunternehmen Thermo-System und Rabensteiner“, betont der Geschäftsführer Klaus Wierer. Neben der gesamten Planung und Konzeptionierung der innovativen Anlage gehört auch die Bauleitung zum Leistungsumfang der beiden Unternehmen. Die Trocknungsanlage entstand in 12 Monaten Bauzeit.