Digitale Technologien für das Wassermanagement • WASSER & ABWASSER

Demonstration eines Online-Sensors für Parameter der Badegewässequalität in der Berliner Stadtspree. (Bild: Ralf Rühmeier/BWB)Demonstration eines Online-Sensors für Parameter der Badegewässequalität in der Berliner Stadtspree. (Bild: Ralf Rühmeier/BWB)
Digitale Technologien für das Wassermanagement

Apps, die Bade­ge­wäs­ser­qua­li­tät vor­aus­sa­gen, Sen­so­ren, die bei Regen poten­zi­el­le Über­flu­tungs­flä­chen anzei­gen: Digi­ta­le Tools ermög­li­chen in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels ein effi­zi­en­te­res und nach­hal­ti­ge­res Was­ser­ma­nage­ment. Wel­che Tools das sind und wie sie funk­tio­nie­ren, erforscht das Kom­pe­tenz­zen­trum Was­ser Ber­lin (KWB) ab sofort im euro­päi­schen Ver-bund­vor­ha­ben Digital-Water.City (DWC). In Paris, Sofia, Kopen­ha­gen, Mai­land und Ber­lin arbei­ten For­scher am Was­ser­ma­nage­ment der intel­li­gen­ten Stadt. Das KWB, das gleich­zei­tig Initia­tor und Koor­di­na­tor des Pro­jekts ist, hat es heu­te im City­LAB Ber­lin vor­ge­stellt.

Über­flu­te­te Stra­ßen, unter Was­ser ste­hen­de Kel­ler und ver­schmutz­te (Bade)gewässer einer­seits; anhal­ten­de Tro­cken­heit mit Ern­te­aus­fäl­len und über­hitz­ten Innen­städ­ten ande­rer­seits. Die Extre­me im Wet­ter­ge­sche­hen haben erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf Was­ser­men­gen und Was­ser­qua­li­tät, beson­ders in Metro­po­len. Die intel­li­gen­te Erfas­sung und Ver­ar­bei­tung von Daten kön­nen dabei hel­fen, Ent­wick­lun­gen frü­her zu erken­nen und bes­ser zu mana­gen. Schon heu­te erfas­sen Sen­so­ren im Fluss Daten in Echt­zeit, eine lern­fä­hi­ge Soft­ware macht dar­aus eine Pro­gno­se zur Was­ser­qua­li­tät, in einer Bade-App kön­nen sich die Berliner*innen täg­lich über die erwar­te­te Bade­ge­wäs­ser­qua­li­tät infor­mie­ren. Ähn­li­che Tools sol­len etwa künf­tig bei Stark­re­gen auf Über­flu­tungs­flä­chen hin­wei­sen.

Chris­ti­an Rickerts, Staats­se­kre­tär in der Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Ener­gie und Be-trie­be, sagt: „Ber­lin spielt im Bereich des digi­ta­len Was­ser­ma­nage­ments eine füh­ren­de Rol-le in Euro­pa. Das Kom­pe­tenz­zen­trum Was­ser und die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben zei­gen seit Jah­ren, wie Digi­ta­li­sie­rung beim Was­ser­ma­nage­ment, bei der Instand­hal­tung der Abwas­ser­roh­re oder bei der Beur­tei­lung von Was­ser­qua­li­tät unse­rer Stadt hel­fen kann. Die­se Erfolgs­ge­schich­te schrei­ben wir heu­te inter­na­tio­nal fort: Zusam­men mit 24 Part­nern aus zehn euro­päi­schen Städ­ten macht das Ver­bund­vor­ha­ben Digital-Water.City die Was­ser­ver- und -ent­sor­gung noch effi­zi­en­ter - und leis­tet damit gleich­zei­tig einen Bei­trag zum nach­hal­ti­gen Ener­gie- und Res­sour­cen­ein­satz.“

Neben der Infor­ma­ti­on zur Bade­was­ser­qua­li­tät wer­den im Rah­men des Pro­jekts wei­te­re Vor­ha­ben ver­folgt wie die digi­ta­le Über­wa­chung und Steue­rung von Abwas­ser­strö­men im Kanal­netz. Die Daten dazu lie­fert ein dich­tes Netz von ein­fa­chen kos­ten­güns­ti­gen Tem­perar­ur­son­den. „Wenn es uns tat­säch­lich gelingt, über Tem­pe­ra­tur­mes­sun­gen die hydrau­li­sche Belas­tung in der Kana­li­sa­ti­on bes­ser als bis­her zu bestim­men, könn­ten uner­wünsch­te Über-läu­fe der Misch­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on viel effi­zi­en­ter ver­mie­den wer­den. Dies wäre ein gro­ßer Gewinn für den Gewäs­ser­schutz“, betont Jörg Simon, Chef der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be.

Nico­las Zim­mer, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Tech­no­lo­gie­stif­tung, fasst zusam­men: „Das gro­ße Ver­bund­pro­jekt Digital-Water.City gibt uns die Mög­lich­keit, die Exper­ti­se, die das KWB vor­hält, wei­ter aus­zu­bau­en. Im Was­ser­ma­nage­ment kön­nen wir exem­pla­risch zei­gen, wie die Digi­ta­li­sie­rung effi­zi­en­te und nach­hal­ti­ge öffent­li­che Infra­struk­tur ermög­licht.“