Die Zukunft der Ozeane vorhersagen • WASSER & ABWASSER

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Die Zukunft der Ozeane vorhersagen

Ein Team von inter­na­tio­na­len For­schern unter der Lei­tung des fran­zö­si­schen Zen­trums für wis­sen­schaft­li­che For­schung (CNRS) hat ein Model ent­wi­ckelt, mit dem sich „Kli­ma­über­ra­schun­gen“ von Ozea­nen (kli­ma­wan­del­be­ding­te, schnel­le Ver­än­de­rung bio­lo­gi­scher Sys­te­me) vor­her­sa­gen las­sen, die zum Ver­schwin­den bzw. Auf­tau­chen neu­er Spe­zi­es bei­tra­gen. Die Ergeb­nis­se wur­den am 25. Febru­ar 2019 in der Fach­zeit­schrift Natu­re Cli­ma­te Chan­ge ver­öf­fent­licht.

Mit einer Flä­che von etwa 360 Mil­lio­nen km2 sind die Ozea­ne auch heu­te noch kaum erforsch­te Gebie­te und blei­ben für die For­schung ein gro­ßes Geheim­nis, da sie nicht über aus­rei­chen­de Mit­tel ver­fügt, sie umfas­send zu ent­de­cken. Heu­te sind geschätzt nur 10% der in den Ozea­nen leben­den Arten bekannt.

Aus die­sem Grund hat ein Team des CNRS ein glo­ba­les Model ent­wi­ckelt, mit dem sich „Kli­ma­über­ra­schun­gen“, sprich bio­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen im Zuge des Kli­ma­wan­dels in den Ozea­nen, bes­ser vor­her­sa­gen las­sen. Die For­scher sind so in der Lage, die­se Ver­än­de­run­gen vor allem in den bis­her nicht erforsch­ten Gebie­ten vor­weg­zu­neh­men.

So konn­ten bereits für den Pazi­fi­schen Oze­an vor­aus­ge­sag­te Ver­än­de­run­gen bewie­sen wer­den: Koral­len­blei­che in Hawaii, Abnah­me des Plank­tons und des Phy­to­plank­tons, ein star­ker Rück­gang des Lachs­fangs, ver­hun­ger­te See­lö­wen vor der kali­for­ni­schen Küs­te usw. Durch die­se Ver­än­de­run­gen bei der Häu­fig­keit der Arten ist die gesam­te Lebens­mit­tel­ket­te bedroht und somit die Art und Wei­se, wie wir die Öko­sys­te­me bewirt­schaf­ten.

Die For­scher wei­sen zudem auf ein zuneh­men­des Auf­tre­ten sol­cher Kli­ma­über­ra­schun­gen seit 2010 in Fol­ge des Kli­ma­wan­dels hin. Waren zwi­schen 1960 und 2015 nur 2,8 % der Oze­an­flä­che von sol­chen Ver­än­de­run­gen betrof­fen, trifft dies heut­zu­ta­ge auf 14 % zu. Beson­ders der Ark­ti­sche Oze­an ist in die­sem Rah­men bedroht.