Auswirkung des Klimawandels auf Gewässer • WASSER & ABWASSER

Auswirkung des Klimawandels auf Gewässer

Im Rahmen der Blitzlichtstudie „Seen und Klimawandel“ von Global Nature Fund und Grüne Liga wurden Gewässer in Deutschland und anderen europäischen Ländern untersucht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass viele Seen im heutigen Zustand bereits stark durch menschliche Aktivitäten beeinträchtigt und damit verwundbarer gegenüber negativen Auswirkungen des Klimawandels sind. Steigende Wassertemperaturen, veränderte Hydrologie und zunehmende Nutzungsansprüche verringern die Widerstandskraft der Gewässer gegenüber immer häufiger auftretenden Extremereignissen.

 

So stiegen die Sommertemperaturen europäischer Seen zuletzt im Mittel zwischen 0,29 und 0,38 Grad Celsius pro Jahrzehnt an. Was den Badegast vermeintlich freut, bedeutet tatsächlich eine kontinuierliche Schwächung des Öko- und Klimasystems: zum Beispiel korreliert die wärmebedingte Zunahme von Chlorophyll und Cyanobakterien mit sinkenden Wasserständen vieler Seen. In einigen eutrophen, also übermäßig nährstoffreichen Gewässern wurden Fischsterben aufgrund von Sauerstoffmangel und hoher Konzentrationen von Ammonium und Ammoniak beobachtet. Klimabedingte Schwankungen des Wasserstandes wirken sich auch deutlich auf die Lebensbedingungen von Wasservögeln aus, die sich teils neue Brutgebiete suchen müssen.

 

Auch Moore, die als besonders gefährdete Feuchtgebiete gelten und deren Erhalt zugleich eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt, sollen stärker in den Fokus rücken. Obwohl Moore nur sieben Prozent der genutzten Landwirtschaftsfläche in Deutschland darstellen, sind sie für 37 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb wird bereits seit einigen Jahren die sogenannte Paludikultur erprobt und beworben: ein Ansatz, zugleich die Nutzung des Ökosystems Moor und die Wiederherstellung seines natürlichen, nassen Zustands zu ermöglichen.

 

Über den Global Nature Fund

Seit 1998 engagiert sich der GNF von Radolfzell am Bodensee aus für Natur und Umwelt. Als Koordinator des weltweiten Netzwerks Living Lakes bringt der GNF gemeinsam mit über 130 Partnerorganisationen und 113 Seen und Feuchtgebieten in 57 Ländern auf allen Kontinenten Gewässerschutz voran, macht auf die Gefahren aufmerksam, die Seen, Flüsse und Feuchtgebiete rund um den Globus bedrohen, und entwickelt Lösungen zu ihrem Erhalt.