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Alpine Schutzhütten leiden unter Wassermangel

Infol­ge des Kli­ma­wan­dels wird es in der alpi­nen Regi­on immer tro­cke­ner, was sich direkt auf die ver­füg­ba­ren Was­ser­res­sour­cen für Schutz­hüt­ten aus­wirkt. Die zeit­li­che Ver­schie­bung von Nie­der­schlä­gen als Regen bzw. Schnee­fall sowie die ver­min­der­te Spei­cher­wir­kung von Schnee­fel­dern und Glet­schern ver­schär­fen die Pro­blem­stel­lung. Gleich­zei­tig steigt der Was­ser­be­darf durch die zuneh­men­de tou­ris­ti­sche Nut­zung der alpi­nen Schutz­hüt­ten.

Ein inter­dis­zi­pli­nä­res Pro­jekt­team, bestehend aus der Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr Mün­chen, Pro­fes­sur für Sied­lungs­was­ser­wirt­schaft und Abfall­tech­nik (Gesamt­ko­or­di­na­ti­on), der Uni­ver­si­tät für Boden­kul­tur Wien, Insti­tut für Sied­lungs­was­ser­bau, den Alpen­ver­ei­nen Deutsch­lands, Öster­reichs und Süd­ti­rols, den öster­rei­chi­schen Bun­des­län­dern Ober­ös­ter­reich, Salz­burg und Tirol sowie den Gesund­heits­äm­tern der Land­krei­se Gar­misch-Par­ten­kir­chen und Ober­all­gäu, sucht nach Lösun­gen, um die Trink­was­ser­ver­sor­gung für alpi­ne Schutz­hüt­ten nach­hal­tig zu sichern.

Bereits heu­te sind eini­ge alpi­ne Schutz­hüt­ten mit zeit­wei­sem Was­ser­man­gel kon­fron­tiert und müs­sen für die Ver­sor­gung mit Trink­was­ser einen immer höhe­ren Auf­wand betrei­ben. Dabei ist von Bedeu­tung, dass Stö­run­gen der Trink­was­ser­ver­sor­gung auch erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die hygie­ni­sche Sicher­heit des Hüt­ten­be­trie­bes haben kön­nen. Um den Betrieb von Schutz­hüt­ten in den Alpen lang­fris­tig sicher­stel­len zu kön­nen, müs­sen daher Anpas­sungs­maß­nah­men ent­wi­ckelt wer­den. Die­se Maß­nah­men müs­sen sowohl tech­ni­sche als auch orga­ni­sa­to­ri­sche Aspek­te ein­schlie­ßen.

Das im Juli 2018 gestar­te­te For­schungs­pro­jekt „Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zum Umgang mit Was­ser­res­sour­cen auf alpi­nen Schutz­hüt­ten (HaWalpS)“ unter­sucht mit För­de­rung durch die Deut­sche Bun­des­stif­tung Umwelt (DBU) und Kofi­nan­zie­rung die genann­ten Alpen­ver­ei­ne sowie Bun­des­län­dern, Maß­nah­men zur qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Sicher­stel­lung der Trink­was­ser­ver­sor­gung auf alpi­nen Schutz­hüt­ten. Basie­rend auf einer Bestands­ana­ly­se sol­len die rele­van­ten Infra­struk­tur­be­rei­che iden­ti­fi­ziert wer­den.

Dies erfor­dert die Ein­be­zie­hung aller Pro­zes­se und Anla­gen der Was­ser­ver­sor­gung, von der Was­ser­ge­win­nung bis hin zur Auf­be­rei­tung, Spei­che­rung und Nut­zung. Ziel ist die Ent­wick­lung von pra­xis­na­hen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Pla­nung, Bau und Betrieb von Was­ser­ver­sor­gungs­an­la­gen sowie für Was­ser­si­cher­heits­pla­nung und Not­fall­ma­nage­ment beim Aus­fall der Was­ser­ver­sor­gung auf alpi­nen Schutz­hüt­ten. Die im Rah­men des Ver­bund­pro­jekts ent­wi­ckel­ten Emp­feh­lun­gen sol­len Pla­ner, Betrei­ber sowie die Alpen­ver­ei­ne dabei unter­stüt­zen, die Ver­sor­gung von Trink­was­ser auf alpi­nen Schutz­hüt­ten auch unter dem Ein­fluss des Kli­ma­wan­dels zukünf­tig sicher­zu­stel­len.