Abwassernachbehandlung auf Ölplattformen • WASSER & ABWASSER

Abwassernachbehandlung auf Ölplattformen

Durch die Verschärfung der brasilianischen Regierung im Jahr 2018 änderten sich die Vorgaben für den Anteil an Öl- und Fettrückständen in produktionsbedingtem Abwasser auf Ölplattformen. Daher suchte ein internationaler Energiekonzern für seine Förderanlagen vor der brasilianischen Küste einen Weg, den Anteil an TOG (total oil and grease) zu verringern. Da das Abwasser bereits einen umfassenden Reinigungsprozess durchlief, sollte eine Nachbehandlung mittels Einspritzung von Chemikalien sicherstellen, dass die geforderten Grenzwerte von maximal 42 mg TOG pro Liter Wasser am Tag nicht überschritten werden. Hierzu beauftragte der Konzern die brasilianische Tochtergesellschaft der deutschen LEWA GmbH mit der Lieferung von insgesamt 19 Chemical Injection Packages (CIPs), um durch die Behandlung mit Essigsäure und verdünntem Tannin den TOG-Gehalt im Abwasser zu senken. Hierbei bestand die Herausforderung einerseits im engen Zeitplan, der auf sieben Monate beschränkt war, und andererseits in den hohen Ansprüchen des Auftraggebers an die Dokumentation der Anlagen. Durch das straffe Prozessmanagement bei LEWA und die langjährige Erfahrung mit kundenspezifischen Anpassungen von Pumpensystemen gelang es den Pumpenexperten, die vereinbarte Lieferzeit noch um zwei Wochen zu verkürzen. Die von der brasilianischen Regierung vorgegebenen Parameter zur Qualität des Abwassers auf den Plattformen können dank der CIPs seitdem eingehalten werden.

Durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit dem Nationalinstitut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Ibama) verpflichtete sich ein internationaler Energiekonzern im Jahr 2018 zur Senkung der Öl- und Fettrückstände im Abwasser seiner Ölplattformen vor der brasilianischen Küste. Im Ergebnis durfte dabei ein täglicher Grenzwert von 42 mg TOG (total oil and grease) pro Liter Wasser beziehungsweise 29 mg täglich im monatlichen Durchschnitt nicht überschritten werden. Die Messung der Werte sollte dabei anhand der neu vorgegebenen gravimetrischen Methode SM 5520 B nicht mehr monatlich, sondern täglich erfolgen. Dementsprechend mussten die täglichen Werte stärker kontrolliert werden, um eine Senkung der monatlichen Abweichung zu erreichen. Hierfür waren CIPs nötig, die in der Lage waren, unerwünschte Öl- und Fettanteile in ausreichender Menge aus dem Wasser abzuscheiden.

Hochpräzise Messgeräte nötig

„Nachdem wir im März 2019 den Auftrag für die Lieferung der CIPs erhalten hatten, mussten wir schnell Entscheidungen hinsichtlich der Produktionsabläufe und der Lieferkette treffen“, erklärt Rodrigo Saad, Sales Manager LEWA Nikkiso Brasil Equipamentos Ltda. „Ein straffes Zeitmanagement aber auch die Rücksprache mit unseren Partnern war für das Einhalten von Deadline und höchsten Qualitätsstandards essentiell.“ Der Zeitrahmen von nur sieben Monaten war besonders kritisch aufgrund des Bedarfs an hochpräzisen Messgeräten, die wiederum nicht in Brasilien hergestellt werden – wie zum Beispiel magnetostriktive Füllstandsmesser und Coriolis-Durchflussmesser. Auch Flammendurchschlagsicherungen wurden für die Essigsäure-Skids benötigt, um die Prozesssicherheit zu erhöhen. Die Lieferung dieser und anderer Komponenten allein beanspruchte fast 80 Prozent des gesetzten Zeitrahmens, sodass nur sehr wenig Spielraum für die Planung, die Montage und die Funktionstests der CIPs blieb.

Ebenfalls eine große Herausforderung war die gewünschte Lieferung eines Teils der CIPs in sehr kleinen Modulen, die nicht größer als 0,8m x 0,7m sein durften. Dies lag an der fehlenden Möglichkeit, die vorhandenen Pumpsysteme und Rohre auf den älteren Plattformen abzubauen, um die Tannin-Skids zugänglich zu machen. Daher musste LEWA die Montage zu Testzwecken vorab auf dem werkseigenen Gelände durchführen und die CIPs anschließend wieder demontieren, um die geforderten Maße für die Auslieferung zu erreichen.

Ausfertigung von mehr als 1000 Dokumenten

„Hinzu kam die geforderte, sehr umfangreiche technische Dokumentation der Anlagen, was unser Engineering-Team stark beanspruchte“, so Saad. „Die gesamte Dokumentation musste an die internen Standards des Kunden angepasst werden.“ Außerdem mussten jedem Paket technische Zeichnungen von sämtlichen darin befindlichen Gegenständen beigefügt werden. Dies bedeutete zwischen 50 und 60 Dokumente pro Paket, was sich insgesamt auf mehr als 1000 Dokumente summierte.

Durch die Erfahrung des Pumpenexperten im Bereich der Öl- und Gasförderung und der mehr als 20 Jahre währenden Präsenz in Südamerika konnten hier Fehlerquellen vermieden und Abläufe verkürzt werden. Insgesamt wurden 140 Pumpen, 140 Elektromotoren sowie 140 Sicherheitsventile in den CIPs verbaut. Trotz des knappen Zeitplans und der umfangreichen Dokumentation gelang es dem Unternehmen, sämtliche CIPs innerhalb der gesetzten Zeit fertigzustellen und zu liefern. „Durch tägliches Monitoring der Prozesse, das von Vanessa Dessimoni als Managing Director persönlich überwacht wurde, sowie dank der enormen Pünktlichkeit unserer Lieferanten konnten wir die geforderte Frist am Ende noch um zwei Wochen unterbieten“, berichtet Saad abschließend.